Beruf des Monats

Beruf des Monats Mai 2026

Fahrzeuglackierer/in

Berufstyp anerkannter Ausbildungsberuf 

Ausbildungsart duale Ausbildung im Ausbildungsbereich IHK (geregelt durch Ausbildungsverordnung)

Ausbildungsdauer 3 Jahre

Lernorte Ausbildungsbetrieb und Berufsschule

 

Was macht man in diesem Beruf?

Fahrzeuglackierer/innen beschichten Fahrzeuge und Aufbauten aller Art mit Lacken und gestalten sie ggf. mit Beschriftungen oder Motiven. Sie beurteilen Karosserie- und Lackschäden und bereiten Untergründe z.B. durch Schleifen und Grundieren für die Lackierung vor. Mit Spritzgeräten und -pistolen tragen sie die einzelnen Lackschichten auf. Für spezielle Schriftzüge oder Ornamente verwenden sie Schablonen oder Folien. Sie versiegeln Hohlräume und konservieren Oberflächen mit Pflegemitteln wie Hochglanzpolituren und Hartwachsen. Sie demontieren und montieren Bauteile, messen und prüfen die Funktion elektrischer, elektronischer, pneumatischer und hydraulischer Bauteile bzw. Systeme und setzen Fahrzeugverglasungen ein. Teilweise arbeiten sie auch an vollautomatisierten, computergesteuerten Lackierstraßen, die sie einrichten, bedienen, überwachen, warten und Instand setzen.

 

Wo arbeitet man?

Beschäftigungsbetriebe:

Fahrzeuglackierer/innen arbeiten in erster Linie

  • in Werkstätten bzw. Werkhallen
  • in Lackier- und Trockenkabinen
  • in Lagerräumen

Darüber hinaus arbeiten sie ggf. auch

  • in Büroräumen

 

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Im Jahr 2024 gab es im Ausbildungsbereich Handwerk 1.980 Ausbildungsanfänger bzw. -anfängerinnen. 51 Prozent verfügten über einen Hauptschulabschluss, 33 Prozent besaßen einen mittleren Bildungsabschluss. 7 Prozent konnten keinen Hauptschulabschluss vorweisen. 6 Prozent verfügten über die Hochschulreife.

Im Ausbildungsbereich Industrie und Handel gab es 114 Ausbildungsanfänger bzw. -anfängerinnen. 58 Prozent verfügten über einen mittleren Bildungsabschluss, 32 Prozent besaßen einen Hauptschulabschluss. 5 Prozent konnten keinen Hauptschulabschluss vorweisen bzw. verfügten über die Hochschulreife. 

 

Worauf kommt es an?

Anforderungen:

  • Interesse an praktisch-konkreten Tätigkeiten (z.B. Lackieren von Fahrzeugen mit der Spritzpistole, Polieren des Fahrzeuglacks)
  • Interesse an kreativ-gestaltenden Tätigkeiten (z.B. geschmackvolles Aufbringen von Zier- oder Werbelackierungen im Airbrush-Verfahren) 
  • Beobachtungsgenauigkeit (z.B. Erkennen von Unregelmäßigkeiten am Untergrund)
  • Handgeschick (z.B. Demontieren und Montieren von Bauteilen)
  • Auge-Hand-Koordination (z.B. gleichmäßiges Führen von Lackierwerkzeugen)
  • Handwerkliches Geschick (z.B. Beheben von Karosserieschäden mithilfe von Werkzeugen)
  • Sorgfalt (z.B. sorgfältiges Entrosten, Schleifen, Entfetten von Untergründen, Ausspachteln und Überschleifen von Unebenheiten)
  • Selbstständige Arbeitsweise (z.B. eigenständiges Vorgehen beim Demontieren und Montieren von Fahrzeugverkleidungen)
  • Umsicht (z.B. Beachten der Sicherheit von Kollegen und Kolleginnen beim Arbeiten mit Spritzlackiergeräten und Sprühgeräten in Lackierkabinen)

 

Charakteristische körperliche Anforderungen:

  • Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. im Bücken oder Knien Schäden an der Karosserie ausbessern; langes Stehen)
  • Körperbeweglichkeit (z.B. in gebückten, hockenden oder knieenden Haltungen arbeiten)
  • Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. gleichmäßiges und präzises Führen von Schleif- und Lackierwerkzeug)
  • Nahsehvermögen - auch korrigiert (z.B. Qualität der Vorbereitung und Lackierung prüfen)
  • Farbsehvermögen (z.B. mit einer Farbmusterkarte den passenden Farbton heraussuchen)
  • Gesunde Atemwege und Lunge (z.B. bei Einwirkung von Dämpfen der Lacke und Polierstoffe mit Atemschutzmaske arbeiten)

 

Berufsrelevante gesundheitliche Einschränkungen

Folgende gesundheitliche Einschränkungen könnten bei der Ausübung des Berufs zu Problemen führen. Die Angaben müssen nicht zwingend für jedes Tätigkeitsprofil oder jede berufliche Einsatzmöglichkeit gelten. Immer häufiger gibt es zudem Möglichkeiten, Einschränkungen beispielsweise durch technische Hilfsmittel zu kompensieren.

  • Eingeschränkte Belastbarkeit der Wirbelsäule, Beine, Arme und Hände (z.B. im Bücken oder Knien Schäden an der Karosserie ausbessern; langes Stehen)
  • Eingeschränkte Feinmotorik der Hände und Finger (z.B. gleichmäßiges und präzises Führen von Schleif- und Lackierwerkzeug)
  • Nicht korrigierbare Sehschwäche für die Nähe (z.B. Qualität der Vorbereitung und Lackierung prüfen)
  • Chronische oder allergische Hauterkrankungen oder mangelnde Widerstandsfähigkeit der Haut an Händen und Armen (z.B. mit Lacken und Farben, Löse-, Entrostungs-, Entfettungs- und Poliermitteln hantieren)
  • Chronische oder allergische Atemwegs- und Lungenerkrankungen (z.B. bei Einwirkung von Dämpfen der Lacke und Polierstoffe mit Atemschutzmaske arbeiten)
  • Schwere chronische Leberleiden (z.B. bei Umgang mit Lacken und Lösungsmitteln)

 

  1. Vertiefte Kenntnisse in folgenden Schulfächern bilden gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung:
  2. - Werken/Technik: z.B. um Fahrzeugbauteile zu montieren und Bleche auszubeulen
  3. - Chemie: z.B. das chemische Verhalten von Trägermaterialien wie Blech, Kunststoff und Holz
  4. - Mathematik: z.B. um Flächen, Mischungsverhältnisse und den Bedarf an Farbe zu berechnen

 

Was verdient man in der Ausbildung?

Die Ausbildungsvergütung für eine duale Ausbildung wird vom Ausbildungsbetrieb gezahlt und richtet sich bei tarifgebundenen Betrieben nach tarifvertraglichen Vereinbarungen. Auszubildenden ist eine angemessene Vergütung zu gewähren. Findet die Ausbildung in schulischer Form statt (z.B. an einer Berufsfachschule oder im 1. Ausbildungsjahr als Berufsgrundbildungsjahr BGJ), wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt.

 

Beispiel Maler- und Lackiererhandwerk (monatlich brutto):

1. Ausbildungsjahr: 850 €

2. Ausbildungsjahr: 935 €

3. Ausbildungsjahr: 1.100 €

Die tarifvertragliche Regelung gilt für das gesamte Bundesgebiet.

 

Beispiel Metall- und Elektroindustrie (monatlich brutto - je nach Bundesland):

1. Ausbildungsjahr: 1.243 € bis 1.373 €

2. Ausbildungsjahr: 1.298 € bis 1.408 €

3. Ausbildungsjahr: 1.379 € bis 1.489 €

 

Weitere Informationen

Berufe – aktuell, umfassend, multimedial

Alles über Ausbildung, Berufswahl und Bewerbung – Infos für Jugendliche, Lehrkräfte und BO-Coaches, Eltern und Erziehungsberechtigte

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www.arbeitsagentur.de – Bei den Dienststellen vor Ort (Startseite) kann man z.B. einen Termin für ein Beratungsgespräch vereinbaren. 

 

Weitere Informationen zum Beruf unter 

BERUFENET – Ausbildung

STECKBRIEF Ausbildung

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